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Auf die Wahl des richtigen Mischfonds kommt es an

Das Marktumfeld fördert den Mischfondsboom

Traditionelle Anlageklassen birgen derzeit eine hohe Rückschlaggefahr. Bei Staatsanleihen führt das aktuelle Niedrigzinsumfeld dazu, dass Investoren sehr hohe Laufzeiten eingehen müssen, um in den Genuss einer positiven Rendite zu kommen. Damit erhöht sich die Zinssensitivität des Portfolios, die man gerade vor dem Augenmerk einer potentiellen Zinswende unter Kontrolle halten sollte. Auf der Aktienseite sind viele Märkte (bspw. in den USA) sehr heiß gelaufen und handeln auf historisch sehr hohen Bewertungsniveaus, so dass Anleger den Einstieg als zu spät erachten.

So ist es wenig verwunderlich, dass Mischfonds im Gegensatz zu Aktien- und Rentenfonds seit 2013 als einzige Gattung kontinuierlich Mittelzuflüsse genießen dürfen.

Die Kehrseite der Medaille

Die erhöhte Nachfrage nach Mischfonds  führte in den letzten Jahren zu einem rasant ansteigenden Angebot und viele Vermögensverwalter drängen derzeit mit neuen Lösungen an den Markt. Investoren verlieren hierbei leicht den Überblick und daher ist es unvermeidlich, sich näher mit den Charakteristika der einzelnen Mischfondstypen zu beschäftigen. Während viele traditionelle Mischfonds mit einer starren Verteilung in Bezug auf Aktien und Anleihen  in steigenden zyklischen Aktienmärkten oft stark an Wert gewinnen, bekamen sie zuletzt die Volatilität der Aktienmärkte deutlich zu spüren und entwickelten sich schwächer. Flexible Mischfonds, die anhand des Konjunkturzyklus allokieren, haben zurzeit teils starke Probleme damit, auf die Fülle an Ereignissen einzugehen und sich stets „richtig“ zu positionieren. Momentan sind eher Mischfonds gefragt, die den Blick weg von der Ertragsmaximierung hin zur Risikobegrenzung richten.

Investition in Risikoprämien statt Anlageklassen

Eine starre Aufstellung des Portfolios nach Anlageklassen ist spätestens seit der Finanzkrise deutlich schwerer geworden, da traditionell negativ korrelierte Anlageklassen wie Aktien und Anleihen mittlerweile durchaus (und gerade in Krisenzeiten) eine positive Korrelation erreichen können. Somit fällt es Portfoliomanagern deutlich schwerer, das Risiko des Portfolios unter Kontrolle zu halten.

Ein Ausweg aus diesem Dilemma bilden Risikoprämien. Diese wird definiert als einen Ertrag, den man für das Eingehen eines bestimmten Risikos eingeht. Überträgt man dieses Konzept auf die Anlageklasse der Anleihen, so kann man dort zwei Risikoprämien identifizieren: Zum einen eine Durationsprämie, die man für das Eingehen eines Zinsrisikos einnimmt und zum anderen eine Kreditprämie, die man für das Eingehen eines Kreditrisikos erhält. Diese beiden Risikoprämien haben sich beispielsweise während der Finanzkrise komplett konträr verhalten. Kreditspreads explodierten, so dass Investoren auf der Kreditseite deutliche Verluste hinnehmen mussten. Währenddessen sanken Zinsen, so dass Anleger für das Eingehen von Durationsrisiken sehr gut kompensiert wurden. Ähnliche Ansätze gelingen auch auf der Aktienseite, beispielsweise durch den Fokus auf stabile Aktien (die Portfolioverluste in Krisenzeiten deutlich reduzieren können) und der gleichzeitigen Vermeidung des Gesamtmarktrisikos. Neben diesen traditionellen Risikoprämien, die man auch auf die Anlageklasse Währungen übertragen kann, gibt es zusätzlich alternative Risikoprämien, die etwas komplexer zu extrahieren sind, das Portfolio aber weiter diversifizieren können.

Das Ergebnis: Ein diversifiziertes Portfolio

Dieser in der Theorie etwas kompliziert wirkende Ansatz der Portfoliokonstruktion mittels Risikoprämien bringt in der Praxis bemerkenswerte Ergebnisse mit sich: Mit Hilfe dieses Ansatzes kann es durchaus möglich sein, ein „Allwetter-Portfolio“ zu konstruieren, welches diversifiziert und unkorreliert ist, so  dass man für alle Marktszenarien gerüstet ist. Gerade im jetzigen volatilen Marktumfeld können diese Art der Mischfonds eine interessante Beimischung darstellen und Ihrem Portfolio zu mehr Stabilität verhelfen.

Johannes Haubrich | Nordea Asset Management